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See You Soon

Fernbeziehung

Bis bald, See You Soon ! Ein Satz, den sowohl ich, als auch mein Freund, so circa jedes Monat zumindest einmal sagen. Am Flughafen, vor dem Security Check. Entweder in Amsterdam, oder in Wien. Nach einem Wochenende, einer Woche beisammen sein heißt es: Bye bye, See You Soon ! 3,2,1 und wir sind wieder 1157,6 km voneinander entfernt. 

Ja, eine Fernbeziehung ist hart. Man fühlt sich oft einsam. Unklarheiten müssen über das Telefon geklärt werden. Umarmungen kennt man nur aus den Erinnerungen. Ebenso Küsse. 

Ja, eine Fernbeziehung ist es weit. Aber ein klares nein, die Distanz ist definitiv kein Hindernis. 

Vor beinahe einem Jahr haben wir uns zunächst freundschaftlich kennengelernt (okay okay, es war ein Tinderdate, mein aller erstes, aber wir haben uns beide nur getroffen, weil wir uns gut unterhalten hatten), sind mein Freund und ich jetzt schon über ein halbes Jahr in einer festen Beziehung. Die Zeit vergeht. Vor allem, wenn man sich nicht täglich sehen kann. Da heißt es öfters einmal: See You Soon !

Wie wir es schaffen, trotz der Distanz super glücklich zu sein?

Da gibt es einige „Wundermittel“, die in Wahrheit gar nicht so realitätsfern sind. Das Wichtigste ist zunächst einmal die Kommunikation. Es kann das einfachste, aber oft auch das Schwierigste sein. Sei es, dass der eine Smiley fehlt, damit ein lustiger Satz auch als ein solcher rüberkommen kann, oder aber auch der Satz, der, weshalb auch immer, zu kurz ausfällt und damit zu Konflikten führt. Man muss immer darauf achten und sich bemühen, dass man sich so ausdrückt, dass der Partner es richtig versteht und dass dieser sich geschätzt fühlt. Wenn man einmal böse ist, dann sollte man beim Schreiben nicht zu schnell die Enter Taste drücken. Immer nachdenken, dann schreiben. Das muss auch ich mir hinter die Ohren schreiben. Beinahe alle, das aus dem Affekt geschrieben wird, endet nicht gut – ich glaube das wissen wir alle. 

Die Kommunikation geht auch mit der Wertschätzung einher. Man sollte es nicht für selbstverständlich ansehen, dass der eine Partner den anderen besuchen kommt, ebenso nicht, dass dieser immer am Handy ist und einem schreibt, egal ob bei der Arbeit, auf der Uni, oder bei einem Cafe beziehungsweise Besuch. Dies gilt in jeder Beziehung, egal ob nah oder fern, ob Freundschaft oder Liebe. Dass ich meinen Freund habe, der mich immer unterstützt, mich liebt, der zu mir reist und damit sein Erspartes ausgibt und der zu mir hält, auch wenn es mal schwierig wird, das sehe ich niemals für selbstverständlich an. Vor allem auch deshalb nicht, weil ich aus Erfahrungen weiß, dass dies nicht jeder Mensch machen würde.

Die Zeit ist ebenso ein wichtiger Faktor. In mehrfacher Art und Weise. Zum Einen ist es wichtig, dass beide Partner von sich aus den Willen haben, den anderen zu besuchen und den normalen Alltag damit beiseite zu legen. Ich teile es mir oft so ein, dass ich eine Woche zu meinem Freund fliege und während er arbeitet, erledige ich mein Unizeug, arbeite und gehe zum Sport. Sobald er nach Hause kommt haben wir beide „frei“ und können den Nachmittag und Abend für uns genießen. Das hat bis jetzt immer sehr gut geklappt. Kann er, aufgrund seiner Arbeit, mal nicht kommen, dann teilen wir uns die Flugkosten für den „Extra-Flug“, den ich buche. 

Zeit ist aber auch in einem anderen Sinne wichtig. Auch wenn der Partner nicht anwesend ist, muss man ihn am Alltag teilhaben lassen. Erzählen, was man so plant, was passiert ist. Ich schreibe automatisch immer meinem Freund als Erstes, wenn ich irgendetwas erlebe. Egal, wo er gerade ist und wo ich bin. Ein Snap hier, eine Nachricht da – das Essen bekommt er virtuell, so auch die Orte und neue Kleidung, die ich mir gekauft habe. Er ist ein sehr großer Teil meines Lebens, egal an welchem Ort er sich befindet. Teilt man den gemeinsamen Alltag nicht, dann kann es auch dazu führen, dass man sich auseinanderlebt. Und ich glaube, dass das das letzte ist, was man will.

Streiten gehört zu einer gesunden Beziehung meiner Meinung nach auch dazu. Natürlich kommt es immer auf die Situation und Art des Streites an und es sollten keine Gläser oder Ähnliches nach dem Partner geworfen werden. Ich bin der Ansicht, dass man mit einer Person nur einen Konflikt hat, wenn einem an dieser etwas liegt. Ich würde niemals mit einem mir unbekannten Menschen streiten, weil es mir weder meine Energie, Zeit noch Mühe wert wäre. Durch Streitigkeiten mit einem Partner, die in einem guten, sowie ruhigen Gespräch mit viel Verständnis gelöst werden müssen, erfährt man viel mehr über die andere Person. Man weiß, worauf sie wert legt, was sie schätzt und erwartet. Und in einer Beziehung, wiederum egal, ob Freundschaft oder Liebe, muss man Kompromisse eingehen.  Ich bin zwar selbst auch ein sehr sturer Mensch, muss aber meinen Stolz oft einfach bei Seite legen. 

Des Weiteren geschieht es, vor allem bei Fernbeziehungen, dass man leicht zu Diskussionen kommt, weil etwas missverständlich geschrieben wurde. Es ist immer schwerer zu verstehen, was das Gegenüber meint, wenn man diesem nicht ins Auge sehen kann. Mann kann als Absender eine Nachricht nett oder lustig meinen, vergesst man aber einen Smiley, dann kann es für meinen Partner gleich böse rüberkommen. Und wenn dann, wie oben erwähnt, stur auf stur trifft und jeder von seiner Meinung überzeugt ist, dann dauert es oft länger bis beide draufkommen, dass es eigentlich keinen Grund zur Diskussion gab.  Aber am Ende haben wir uns immer lieb – ganz oft ist es auch so, dass wir uns nur in die Augen sehen müssen (also wenn er zumindest hier ist – ansonsten wird es via Facetime getan) und dann ist alles Friede, Freude, Eierkuchen.

Ich habe diese Fernbeziehung noch in keiner Minute bereut und hätte die Distanz auch nie als wirklich negativ angesehen. Es wird kein Ding auf Ewigkeit sein und das ist ein Grund, der mich motiviert und mich aufheitert. Ganz wichtig: man kann niemanden aufzwingen, in eine fremde Stadt zu ziehen. Ich will definitiv in Wien bleiben (zumindest vorerst) und mein Freund hat Gott sei Dank den eigenen Willen und Gedanken auch hier her zu ziehen (ganz, ganz freiwillig!). Somit haben wir dieses Problem eigentlich gelöst – es kommt nur mehr auf den Zeitfaktor nun an. See You Soon !

Die Fernbeziehung hilft mir dabei, meine Schmetterlinge aufrecht zu erhalten und dass sich jedes Treffen und jeder Kuss wie das/der Erste anfühlen. Hach, … klingt wie in einem Bilderbuch!

… und bis zum nächsten Mal sehen heißt es: See You Soon !

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2 Comments

  • Reply
    Lisa
    27 Januar 2019 at 9:16

    Eine Fernbeziehung ist eine große Herausforderung, man muss großes Vertrauen in den Partner haben u. wie du so treffend schreibst, teilhaben lassen am Leben auch wenn er/sie nicht immer vor Ort ist😁Ich wünsche dir alles Gute u. vielleicht – wenn ihr es beide wollt, wird es sicherlich Möglichkeiten geben, dass aus dieser Fern- eine Nahbeziehung wird.Auch dieser Schritt muss natürlich gut überlegt werden, da damit Ortswechsel, Jobwechsel, Freundeskreiswechsel uvm. von dem Partner, der sich dafür entscheidet, verbunden sind.Ich wünsche euch beiden alles Gute u. viel Glück🤗

    • Reply
      valentinaballerina
      11 Februar 2019 at 9:34

      danke vielmals für diese lieben worte! Ja, es ist eine herausforderung, aber auch nichts unbedingt negatives – man lernt viel, für sich selbst und für die beziehung 🙂 Und ja, daran arbeiten wir <3

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